Pressemitteilung 100 Jahre Krankenhaus Jerusalem

Senatsempfang am 8. April 2013 im Hamburger Rathaus

Das Krankenhaus Jerusalem in Hamburg steht für Tradition und medizinischen Fortschritt zugleich. Zusammen mit dem Mammazentrum Hamburg beheimatet das frühere Diakonissen-Krankenhaus am Moorkamp in Eimsbüttel heute eines der größten Organzentren für Brustgesundheit in Deutschland und trägt maßgeblich zur Erforschung neuer Behandlungsmethoden von Brustkrebs bei. Am 9. April 2013 wird „das Jerusalem“ 100 Jahre alt. Der Hamburger Senat nimmt dies zum Anlass, einen Festakt im Rathaus auszurichten:

am Montag, 8. April 2013
um 15 Uhr
im Kaisersaal des Hamburger Rathauses

„Von Beginn an hat das Krankenhaus Jerusalem Fachkompetenz mit persönlicher Zuwendung, ärztlicher Spezialisierung und interdisziplinärem Informationsaustausch verbunden“, so Cornelia Prüfer- Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg, in ihrem Grußwort der Jubiläums-Publikation des Krankenhauses. „Die heutige Konzentration auf die Behandlung von Brustkrebs mit einer engmaschigen Betreuung der betroffenen Frauen und ihrer Familien bei ihrem schweren Weg durch die Diagnostik, Operation und Nachbehandlung zeichnet das Krankenhaus als ein besonderes Versorgungsangebot in Norddeutschland aus.“

Im Krankenhaus Jerusalem arbeiten Experten aus den Bereichen Radiologie, Operative Therapie, Pathologie, Anästhesie, Psychoonkologie und Traditionelle Chinesische Medizin fachübergreifend zusammen. Zukünftig soll auch das gesamte Spektrum der Integrativen Onkologie fester Bestandteil des Krankenhauses werden. Unterstützt wird die ganzheitliche medizinische Versorgung der Patientinnen durch die Stiftung Mammazentrum Hamburg und die Dorit und Alexander Otto Stiftung. Dorit Otto, Vorstandsvorsitzende der Dorit und Alexander Otto Stiftung: „Ich gratuliere dem Jerusalem und allen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Geburtstag und wünsche ihm, dass es stets zum Wohle der Patientinnen seinen ganz persönlichen und erfolgreichen Weg weitergehen kann.“

Gerne stellen wir Ihnen historisches und aktuelles Fotomaterial für die Berichterstattung zum 100jährigen Jubiläum des Krankenhauses Jerusalem zur Verfügung und vermitteln bei Bedarf Gesprächspartner aus dem Ärzteteam. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Zusammenfassung der Geschichte des Krankenhauses.

Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind eingeladen, den Termin zu begleiten. Bitte bringen Sie dazu Ihre Jahresakkreditierung für das Hamburger Rathaus mit oder bestellen Sie einen Tagesausweis unter der Rufnummer 040/428 31 22 41-44. Der Tagesausweis muss rechtzeitig vor dem Termin im Rathaus an der Information abgeholt werden.

Historie des Krankenhauses Jerusalem

Gründer des Krankenhauses Jerusalem ist Dr. Arnold Frank. 1859 in Ungarn geboren, wandert der jüdische Mann im Alter von 17 Jahren nach Deutschland aus. In der Hansestadt Hamburg angekommen, arbeitet Arnold Frank in der Bank „Rothschild & Baruch“. 1877 lässt er sich taufen und studiert in Belfast Theologie. Anschließend kehrt er nach Hamburg zurück und wird 1884 Pastor der Jerusalem Gemeinde. 1911 legt Frank an der Ecke Schäferkampsallee/Moorkamp den Grundstein für eine neue Kirche der Jerusalem Gemeinde, ein Diakonissenhaus sowie ein angeschlossenes Kranken- und Missionshaus: das Krankenhaus Jerusalem. Zwei Jahre später öffnet es für Menschen aller Religionen und Konfessionen seine Türen.

1913 bis 1933: Die wesentlichen Fachgebiete des nach modernsten Standards errichteten Diakonissen- und Krankenhauses sind Innere Medizin, Gynäkologie, Geburtshilfe, Chirurgie, Orthopädie und HNO. Neben drei fest angestellten Hausärzten nutzen Belegärzte das Krankenhaus. Ausgestattet ist es mit zwei Operationssälen, 46 Betten (davon zwölf für Kinder), Räumen für Röntgendiagnostik, Röntgenbestrahlung und Lichtbehandlung. Krankenhausvorstand und Diakonissen sind bemüht, es den Patienten besonders behaglich zu machen: Säle mit mehr als 20 Betten, wie in anderen Krankenhäusern üblich, gibt es im Jerusalem nicht. Das größte Zimmer bietet Platz für gerade mal acht Patienten.

Während des ersten Weltkriegs wird das Krankenhaus in ein Lazarett umgewandelt. Den Ärzten gelingt es, ihren guten medizinischen Ruf durch aufwändige, erfolgreiche Operationen von schwer verwundeten Soldaten weiter zu stärken. Nach Ende des Kriegs steigt die Patientenzahl weiterhin kontinuierlich. Eigens für die Frauenheilkunde wird 1926 ein Neubau mit Entbindungsstation und einem weiteren Operationssaal errichtet. Sind es 1920 noch 54 Geburten pro Jahr, gibt die Jahresstatistik 1933 schon 225 Geburten an.

1933 bis 1945: Mit Beginn des Nationalsozialismus werden 1933 alle jüdischen Ärzte zwangsweise entlassen. Zunächst ist es Pastor Arnold Frank weiterhin möglich, die Diakonissenanstalt als geistlicher Leiter zu führen. Nachdem er hunderten jüdischen Christen die Auswanderung ermöglicht, gelingt es 1938 auch ihm selbst, das Land in letzter Minute zu verlassen. Während des nationalsozialistischen Regimes wird das Krankenhaus Jerusalem umbenannt in „Krankenhaus am Moorkamp“.

Nach dem 2. Weltkrieg erlangt das Krankenhaus seinen alten Namen zurück. Der Nachwuchs der Schwesternschaft bleibt aus. Pflegeberufe können zunehmend auch ohne Bindung an eine Gemeinschaft ausgeübt werden. Nach und nach gehen im Mutterhaus Jerusalem alle im Krankenhaus arbeitenden Diakonissen in den Ruhestand, die Arbeit wird mit angestellten Krankenschwestern fortgesetzt.

Die Medizin erlebt in den folgenden Jahren einen Wandel – das Behandlungsspektrum des Krankenhauses Jerusalem wird immer umfangreicher und der Fortschritt bringt neue Möglichkeiten in der Medizin mit sich. Der demografische Wandel der Gesellschaft fordert Ende der Achtziger Jahre die Schließung der Geburtshilfe: Die Station zu erhalten, lohnt sich aufgrund des starken Geburtenrückgangs nicht mehr.

Das ursprüngliche Modell des Belegarztkrankenhauses bewährt sich noch viele Jahre. Doch mit der Einführung neuer Entgeltsysteme und einer Abwerbungswelle qualifizierter, spezialisierter Ärzte stößt das kleine, traditionell strukturierte Krankenhaus an seine ökonomischen Grenzen. Das Diakoniewerk Jerusalem hadert, überlegt, das Krankenhaus zu schließen, denkt darüber nach, daraus eine andere soziale Einrichtung zu machen oder es an einen anderen Krankenhausträger zu verkaufen. Der Arbeitsplatzerhalt für die Mitarbeiter im Sinne der ehemaligen Diakonie ist bei allen Überlegungen wesentliches Kriterium.

2007 fällt die Entscheidung: Das Krankenhaus Jerusalem wird von den seit mehreren Jahren im Krankenhaus als Belegärzte tätigen Gynäkologen Dr. Timm Schlotfeldt, Prof. Dr. Eckhard Goepel, PD Dr. Kay Friedrichs sowie dem Kaufmann Dr. Harald Berninghaus übernommen.

Diese vier stellen sich den Herausforderungen, die neue Entwicklungen im Gesundheitswesen mit sich bringen. Mit der umfangreichen Umstrukturierung des Krankenhauses, das sie in der Vergangenheit liebevoll als „Gemischtwarenladen“ bezeichneten, gehen sie neue Wege und formen in Zusammenarbeit mit qualifizierten Kooperationspartnern ein modernes, interdisziplinäres Organzentrum mit Schwerpunkt „Brustgesundheit“. Dabei immer im Blick: das Wohl der Patientinnen des Krankenhauses Jerusalem.

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